Wertehelden_Blog Nashorn und Einhorn_neu

Oder die Frage, liebe ich mich selbst genug?

Wir alle streben nach diesen Idealen. In Zeiten von Insta und Co. mehr denn je. Fehlende Ideale kompensieren wir oft mit materiellen Dingen. Zur Karriere und zum Status, das passende Auto und das passende Haus.
Zum Erfolg im Aussen die perfekte Figur und die passende Kleidung.

Doch sind diese Ideale wirklich gesund? Nicht im Sinne von Gesundheit sondern im Sinne von Authentizität und Selbstliebe? Wie wird ein Ideal überhaupt definiert? Ein Ideal (von altgriechisch idéa 'Gestalt' oder 'Urbild') ist ein Begriff der philosophischen Ästhetik, Ethik und Wissenschaftstheorie. Er ist der Inbegriff für ein Vollkommenheitsmuster. Ein mögliches Synonym von Ideal ist perfekt.

Ideale und das Perfekte - gibt es das überhaupt? Wer sagt denn, was ideal und perfekt ist? Warum lassen wir uns trotzdem ständig dazu verleiten, einem Ideal hinter her zu rennen?

In der heutigen digitalen Welt, gibt es Fotofilter, damit wir uns die Beine langziehen und den Bauch möglich flach walzen dürfen, um dem Schönheitsideal zu entsprechen. Wir suchen uns die tollsten Orte aus und drücken gefühlte tausend Mal auf den Auslöser nur um den perfekten Shoot zu posten. Einzelne Momente sogenannte Weck-Momente (Momente die so schön sind, dass sie uns diese absolute Dankbarkeit spüren lassen), fotografieren wir, teilen sie und posten sie, anstatt das wir sie einfach nur geniessen.

Oft besteht das Ziel darin, lauter perfekte Momente zu vermitteln. Doch für wenn, tun wir das eigentlich?
Ich nehme mich da nicht raus. Auch ich war in letzter Zeit wieder mehr so unterwegs. Getrieben und im Kampfmodus. Gestresst und im Wettlauf mit einem Soll-Zustand anstatt im Jetzt. Mein Körper hat mir dabei sehr heftig immer wieder Signale gesandt - ich habe sie zwar wahrgenommen, meine ganz Aufmerksamkeit den Symptomen gewidmet, jedoch nicht hingehört. Gedanklich habe ich alles was passieren soll bereits vorskizziert, so das überhaupt nichts Überraschendes mehr passieren darf.  STOP.

Oft benötigen wir eine Situation, eine Nachricht oder ein Hinweis, der uns rauszieht aus dem laufenden Film.

Bei mir war es ein Post von Pfarrer Jean-Pierre Brunner. Seit durch Corona die Kirchen im Wallis "geschlossen" sind, sendet er täglich kleine Inspirationen und Gedanken. Kritisch, echt und mitfühlend. Und selbstreflektierend. So schrieb er an diesem Tag über Ideale. Das wir Idealen hinter her rennen oder träumen und dabei vergessen, uns selbst zu sein. Metapherisch machte er darin den folgenden Vergleich:

Ein Nashorn, müht sich ab, ein Einhorn zu werden. Ist das zum Lachen oder Weinen?
Einhörner gibt es nicht mal - aber Nashörner gibt es, in ihrer Wucht, Grösse und Faszination.

Ist diese Metapher nicht unglaublich wertvoll?

@sandraelsig_Wertehelden und die Geschichte vom Nashorn und Einhorn

Ich finde ganz klar JA. Also, darf ich dich mit dieser Metapher und diesem Bild dazu ermutigen, wieder mehr du selbst zu sein? Für mich kam der AHA-Moment zur passenden Zeit. Zuviel Zeit vergeuden wir damit, andere zu beeindrucken. Jemand zu sein, von dem wir glauben SEIN zu müssen. Anstatt wieder mal uns selbst zu beeindrucken. Klar, geschreiben ist das recht schnell. Doch wie kann das gehen?

Das Zauberwort ist für mich Bewusstsein. Achtsamkeit oder ganz banal aufmerksam zu sein. Gegenüber uns selbst, unserem Handeln, Tun und Denken. Das ist der erste Schritt wieder ein Nashorn zu sein. Ein echtes und lebendiges Nashorn, mit allen Facette, Ecken und Kanten.

Zurück zur wichtigsten Liebe, nämlich zu der zu sich selbst.

WERTvolle Grüsse

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